15.10.2011 - Prinzengarde-Tour 2011
Ein munteres Häuflein Gardisten machte sich am 15. Oktober auf, um einen noch unbekannten Ort zu erkunden. Traditionell ist den Teilnehmern der Prinzengarde-Tour das Ziel Ihres Ausfluges nicht bekannt. Sie wissen nur, dass man in diesem Jahr eine Eintages-Tour absolvieren wird.
Gut gelaunt starten die 25 Teilnehmer mit der S-Bahn ins Ungewisse, die Stimmung ist gut, der Wetterbericht verspricht Sonnenschein und beim Umsteigen am Hauptbahnhof in Köln ist es dann allen klar: Bonn ist das Ziel. Die Bahn macht ihrem Ruf alle Ehre und sorgt für eine 5-minütige Verspätung, aber das kann die wackeren Männer nicht aus der Ruhe bringen. In Bonn noch eine kurze Straßenbahnfahrt und das Vormittagsprogramm nimmt seinen Lauf.
Zu jeder Prinzengarde-Tour gehört neben dem Geselligen auch eine Portion Kultur.
Beim Spaziergang durch das alte Regierungsviertel unserer Bundesstadt wird den Gardisten die neue Nutzung der altehrwürdigen Gebäude genauso erläutert, wie die Planungen für das World-Conference-Center. Dazu gibt es von dem gut aufgelegten Reisebegleiter Anekdoten und viel anderes Wissenswertes. Auch er lernt einiges neues, da die Garde mit den jeweiligen Dreigestirnen zwischen 1982 und dem Wegzug des Bundestages nach Berlin regelmäßig im Hohen Hause zu Gast war und selbst einiges zu berichten hat. So zum Beispiel vom Pförtner des „Langen Eugen“.
Nach dem Besuch des Bundeshauses waren damals die Karnevalisten immer zum Imbiss in die Kantine dieses berühmten Hochhauses geladen. Und der Pförtner begrüßte die unauffällig in rot und weiß gekleideten immer mit einem freundlichen „Do sidder jo allt widder!“
Da das Wetter wie versprochen strahlend war, verflog die Zeit wie im Fluge. Für die Mittagspause war das Bonner Traditionsgasthaus „Em Höttche“ ausgewählt. Nachdem morgens der Bildungshunger gestillt wurde, gingen wir nun zu den eher physischen Nahrungsmitteln über. Nach einem launigen Mittag und einem kleinen Verdauungsschnäppschen, holte uns unser neuer Reisebegleiter zum Nachmittag ab: „Bönnsche Gastrotour“. Ein Rundgang durch die Innenstadt mit Zwischenstops in bekannten und traditionsreichen Bonner Gasthäusern und Kneipen.
Kenntnisreich berichtete unser Begleiter von alten Hausbrauereien, Bonner Stadtmauer, historischen Ereignissen und natürlich vom Bier und den Orten, an denen man es bevorzugt verzehrte und heute noch verzehrt.
Auch die Namensgebung der Traditionskneipen wurde erklärt, so wissen wir jetzt alle, wie die Kneipe „Zum Gequetschten“ zu Ihrem streng katholischen Namen gekommen ist:
In den früheren Zeiten, als in Bonn noch der Kölner Erzbischof residierte gab es dort viele kirchliche Prozessionen, die auch aus der Stadt heraus führten. Das letzte Gasthaus direkt neben dem Stadttor war für die streng gläubigen Katholiken die letzte Möglichkeit sich zu stärken und für den langen Marsch einen guten Flüssigkeitshaushalt zu generieren. Und auch der Mann mit dem Vortragskreuz hatte Angst, unterwegs zu verdursten. Nun steht es sich mit so einem riesigen Ding in einer engen Kneipe nicht gut an der Theke, weshalb das Kruzifix meist in der Ecke hinter der Eingangstüre deponiert wurde. Dort hatte der Heiland am Kreuze zwar einen guten Blick auf das Geschehen, bekam aber regelmäßig von der Türe die Nase gequetscht, so dass aus „dem Gekreuzigten“ bald im Volksmund „der Gequetschte und aus dem Ort des Sakrilegs das Gasthaus „Zum Gequetschten“ wurde.
Am frühen Abend fuhr die Mannschaft mit gelöster Stimmung und putzmunter mit der Bahn in Richtung Heimat, um den Tag in Köln Dellbrück im „Werk I“ mit guter Stimmung und leckeren „Kölschen Tappas“ ausklingen zu lassen.
Es war ein schöner Tag in Bonn mit abwechslungsreichem Programm und gutgelaunten Teilnehmern. Ich freue mich schon jetzt auf die Tour des kommenden Jahres, an dem die Garde ihre Mitglieder für zwei Tage auf Reisen schicken wird um neue ferne Orte kennen zu lernen.
» zurück