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21.01.2004 - Prinzengarde-Tour 2005 am 23./24.09.2004

Nächster Halt – Duckterath

Die Rezeptur für die diesjährige Prinzengarde-Tour war eigentlich ganz einfach. Die Ansprüche der Gardisten ließen sich, wie immer, alle miteinander vereinbaren. Spaß sollte die Tour machen, zwei bis drei Tage dauern, erholsam und interessant sein, am besten wetterbeständig, ach ja, und natürlich einer Bildungsreise nahe kommen, da man ja etwas lernen möchte.

Zusammengefasst also die Eierlegendewollmilchsau. Das Rezept war einfach zu verstehen und die Umsetzung kam den Anforderungen sehr nahe. Wo findet man eine solche Tour? Natürlich in der Metropole Deutschlands – in Berlin.

Am 23.09.2005 startete dann am Morgen gegen 7:45 die auserkorene Mannschaft bestehend aus der Marie Dagmar, Ehrenleutnant Josef und Gardisten. Treffpunkt: S-Bahn Station, Bergisch Gladbach Downtown. Eigentlich hatten wir schon mit einem Zustieg von Heino in Duckterath gerechnet, aber er hatte entgegen allen Erwartungen die Reise in das Herz unserer Heimatstadt angetreten. Nachdem nun also in letzter Minute neben unserem Geschäftsführer nun auch noch die Marie eingetroffen war, ging die Reise über das „große Wasser“ nach Köln los.

Dort direkt in den ICE, Ziel: Unsere Hauptstadt Berlin. Als  erstes stand nach kampfloser Einnahme unserer reservierten Plätze die Verpflegung im Speisewagen an. Uli schlug sich während der Fahrt dann noch mit wichtigen Fragen des Lebens rum – so zum Beispiel ob Badezimmer ohne angeschlossenen Klopapierhalter bereits benutzt werden können; der Rest stärkte sich beim Frühstück, während der ICE mit den Bahn-üblichen 15 Minuten Verspätung endlich in Berlin, Ost-Bahnhof, ankam.


Wasserwelten

Paradiesvögel

Zeltstadt

Tour 2005
Berlin als Kulturpunkt der Reise – aber da war ja noch der Spaßfaktor! Also, noch nicht richtig in Berlin, ging die Reise mit dem rasenden Regionalexpress weiter nach „Brand (NL)“. Entgegen unseren Annahmen liegt Brand nicht in den Niederlanden, sondern gehört zum Kreis Niederlausitz und beherbergt auf dem ehemals größten russischen Militärstützpunkt (ehemals 6000 Militär- und Zivilangestellte), heute das „Tropical Island“ – unser Ziel.

Die kurzweilige Fahrt von nur gut einer Stunde im Schneckentempo wurde jedoch durch High-Tech der Deutschen Bahn erheitert. „Mittendrin statt nur dabei“ heisst anscheinend die neue Devise auch rund um Berlin. Inzwischen wissen wir, dass die üblichen Zugverbindungen zwischen den einzelnen Wagons nicht (wie immer angenommen) als Verbindung dienen, sondern zur Belustigung der Mitreisenden. Zwei Türen hintereinander, die jeweils nur von den entgegen gesetzten Richtungen geöffnet werden können. Und schon hat man ein Spiel für die Insassen beider Zugteile und eine Vereinzelungsschleuse für denjenigen, der eigentlich nur zu der gegenüberliegenden Toilette möchte. Studien sollen belegen, dass in diesen Türen gefangene Menschen nur an die Scheibe klopfen, weil es so schön ist, nicht aber um den Insassen des Wagens zu signalisieren, dass man gefangen ist. – Zumindest scheint dies eine weit verbreitete Meinung zu sein. Gerade wenn die  „Gefangenen“ Kontrolleure sind, ist es amüsant, diese im „Aquarium“ hantieren zu sehen, um eigentlich nur der Arbeit weiter nachkommen zu können. – Es war ein Spaß, diesen Geschehnissen zuzuschauen – auf dem Weg zum Ziel.

Dass eine Halle für Zeppeline groß sein muss, wussten wir, aber dass eine Halle so groß sein kann, das hat all unsere Erwartungen übertroffen. In der ehemals für den Betrieb von Last-Zeppelinen geplanten Halle ist heute ein Freizeit-Bad für bis zu 6.000 Besucher entstanden. Die alten Runways dienen heute als Parkplätze. In der Halle findet man ein Riesenrad (40m Höhe), welches in der Größe der Halle vollständig untergeht und als Miniaturmodell rüberkommt.

Aus dem ersten Staunen raus, beschäftigten wir uns mit _dem_ weiteren Interessenshighlight – moderne Technik. Trotz modernster Gerätschaften brauchten wir Zettel und Stift, um uns trotz erfolgter Buchung als die Gruppe kenntlich zu machen, die nun gerne die Nacht im Tropical Island verbringen möchte. Josef hatte indes für stetige Nahrungsversorgung in Form von Kümmerlingen gesorgt, die jedoch beim Security-Check am Eingang erst einmal gescannt und  konfisziert wurden. So übernachteten die Kümmerlinge, welche in Reih und Glied auf dem Röntgenschirm des Kofferscanners zu erkennen waren, nicht in unserer Nähe, sondern am Eingang.

Nachdem wir nun dann alle eingecheckt hatten, sollte es losgehen. Die Zimmer waren zwei-Mann-Zelte, die im aufgeschütteten Stand des Islands aufgebaut waren. Also, Spaßfaktor, Naturverbundenheit und Camping hatten wir als Anforderung bereits erfüllt. Bei der ersten Stärkung kamen wir dann direkt wieder in Kontakt mit der High-Tech … Heino hatte die Kinderkarte erwischt und bei 15 EUR war sein Limit erreicht. Fazit war, dass man versuchen musste, die Technik zu überlisten, um Heino Bewegungsfreiheit in Form des hausüblichen normalen Kartenkredits zu gewähren. – Nach einigem Hin und Her ging es dann – trotz Hightech.

Der Abend verlief ruhig, wir wollten uns ja auch erholen. An der Beach bei Cocktail und echtem Berliner Weizenbier schauten wir als Teil der mindestens 500 Besucher der Halle der Show zu und konnten studieren, ab welchem Alkoholpegel Jugendliche vergessen, was sie tun. Als zeitliche Bemessungsgrundlage konnten wir erst Stunden und am Schluss Minuten identifizieren, in denen ein Pegel ansteigt. Dass man beim Tanzen auf Wasser umfallen und sich die Nase brechen kann, wird dabei vergessen und also passierte, was passieren musste. Unsere „Beobachtungsobjekte“ verhielten sich, wie man es erwartet hatte J.

Kurz nach Beendigung der Show verließen wir den Ort des Geschehens und bezogen unsere „Zimmer“, also Zelte und Isomatten, um den verdienten Schlaf anzutreten. – Die Frage, ob man gut geschlafen habe, wurde am nächsten Tag von keinem Teilnehmer gestellt.


Bahnhofsidylle

Berlin
Samstag, Zeit der Information. Sieben Uhr, Morgenappell durch Hermann und Uli. Nachdem Uli inzwischen auch auf den Strandliegen geschlafen hatte (nicht wegen der Bequemlichkeit im Zelt, sondern wegen des netten Blickes am „Strand“), trafen wir uns zum Frühstück und warteten auf Geschäftsführer und Marie. Die beiden kamen dann gegen neun dazu.

Wir wollten schließlich noch Zeit haben, um unsere Fernreise nach Berlin anzutreten, also bereiteten wir uns ganz allmählich vor, den Zug um elf nach Berlin zu erhalten. – Dies war auch keine Kunst, denn in Metropole Brand (NL) fahren ja stündlich Züge …

Berlin sollte nun erkundet werden. Also, Zug Brand (NL) nach Berlin Zoo, von dort zum Alexanderplatz und dann bis zum Brandenburger Tor zu Fuß. Wir waren nicht ganz allein in Berlin, denn der Berlinmarathon stand an. Aber – dafür steht Berlin, diese Massen kennt die Stadt und verarbeitet sie.

Obwohl wir ab halb vier eine Stadtführung gebucht hatten, war es eine gute Idee, Berlin Mitte per pedes zu absolvieren. Vom Alexanderplatz bis zum Brandenburger Tor, Reichstag und neues Regierungsviertel. Alles zu Fuß, denn anders war kein Durchkommen. Berlin war fest im Griff der Scater, die im Vorfeld des Marathons ihren Wettkampf hatten. Und plötzlich waren wir wieder im Rheinland „Die ständige Vertretung des Rheinlandes“ am Bahnhof Friedrichsstraße. Bei einem leckeren Kölsch auf den s.g. „Rheinterassen“ erlebten wir das Berliner Leben – um dann in die dreistündige Stadtrundfahrt zu starten.


Pause

Mahnmal
Heute sind wir alle der Meinung, wahrscheinlich reicht nicht einmal eine Woche, um Berlin zu „erfahren“. Vor der Tour fragten wir uns „wieso 3 Stunden?“. Von Zoo über das Schloss Charlottenburg zum Olympiastadion, weiter zum Gedenkmal, Brandenburger Tor und Adlon. Gendarmenmarkt, altes Regierungsviertel und zum Potsdamer Platz. Drei Stunden fahren laufen und einfach nur Staunen. Diejenigen von uns, die in der letzten Zeit des öfteren in Berlin waren, erfuhren, dass die Stadt sich täglich ändert und ein wahnsinniges Leben beinhaltet. Und drei Stunden – sie vergehen wie im Flug, denn am Schluss waren wir froh, dass wir pünktlichst zum Beginn der „Blue Man Group“ um 19 Uhr im Theater am  Potsdamer Platz fix und fertig ankamen.

Mit der Blue Man Group erlebten wir noch eine imposante Show der ganz anderen Art und Weise.

Nach all den Strapazen des Tages konnten wir nun in Ruhe essen. Am Potsdamer Platz, im einzigen Haus, welches im  s.g. „Todesstreifen“ überstanden hatte, beschlossen wir, den Abend bei einem chaotischen Essen. Hier war es aber nicht die High-Tech, sondern die Überforderung der „Human-Interfaces“ (Kellner). Heino war mal wieder dran. Erst keine Suppe, dann kalte Suppe. Josef bekam Schweinefilet statt Wildschwein und alle Mann statt Broccoligemüse Bandnudeln als Beilage. Dass Heino dann noch falschen Salat und falsches Bier bekam, fiel auch nicht mehr auf … aber das sollte nur der Anfang der Herausforderungen sein.

Zum Abschluss waren wir noch im absolut belebten Sony-Center, wo tags wie nachts das Leben pulsiert. Aber an einer Stelle, wo man Wohnungen über bestehenden Häusern aufhängt und Häuser ganz einfach verschiebt, da muss das Leben einfach pulsieren.

Pünktlich angekommen am Bahnhof Zoo, von dem aus wir mit dem Liegewagen zurück sollten, stellten wir zuerst einmal fest, dass der Schalter, an dem wir unser Gepäck abgegeben hatten, bereits geschlossen war. Doch Dank Hilfe der Deutschen Bahn hatten wir nach erster Aufregung doch recht schnell unsere Koffer, um die Reise im Nachtzug mit Bahn-üblichen 20 Minuten Verspätung zu beginnen.

Und dann – zum Abschluss der Reise hatten wir den gesamten Zug wahrscheinlich geweckt und unser wohl reserviertes Abteil fast von den dort schlafenden Personen befreit, als wir feststellen mussten, dass unsere Karten leider für eine Nacht später gebucht und reserviert waren. Aber nach all dem, was wir gemeistert hatten, war dies die kleinste Herausforderung. Wir bekamen andere „Zimmer“ zugeteilt und widmeten uns erstmal einem – soweit möglich – tiefen und genüsslichen Schlaf, während die Bahn vor sich hinfuhr. Wäre da nur nach dem ersten Blick am Sonntagmorgen nach draussen nur nicht das Schild „Düsseldorf Hbf“ gewesen …

Fazit – Die Tour hat alle Anforderungen erfüllt. Von der Erholung über den Spaß bis hin zu Information und Sport (Wandern). Es war alles dabei uns es bleibt zu sagen, dass wir die nächsten zehn Jahre wahrscheinlich unsere Tour nach Berlin machen sollten, um einen kleinen Überblick über die relevanten Informationen zu erhalten.

Sebastian Feik

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