21.01.2004 -
Prinzengarde-Tour 2004 am 11./12.09.2004
"Im Tal des Todes"
Samstag-Morgen, 7.30 Uhr. 14 wackere Gestalten aus den Reihen der
Prinzengarde finden sich in Sand in der Ommerbornklause ein, um sich
mit einem ordentlichen Frühstück für die Entbehrungen
und Anstrengungen der nächsten Tage zu stärken. Die Stimmung
ist gut wenn auch, der Tageszeit geschuldet, noch relativ ruhig.
Kaum sitzen die Mannen wohlgenährt im Bus ändert sich das
ganze Klima: Plötzlich bestimmen Unternehmungsfreude und Abenteuer-Durst
die sehr angenehme Busfahrt nach Elspe im Sauerland.
Im Vergleich zu den Touren der vergangenen Jahre verlief die Fahrt eigentlich
recht ereignislos: keine Verletzungen, keine verloren gegangenen Amts- und Würdenträger.
In Elspe am Ort der bekannten Karl-May-Festspiele angekommen geht es dann so
richtig los. Das Fläschchen Sekt, dass während der Fahrt dran glauben
musste wird endgültig gelehrt und schon öffnen sich die Tore des Festspiel-Geländes.
Zur Begrüßung gibt es von der dortigen Organisation erst mal einen
ordentlichen Orangensaft (man fasst es nicht, aber so war es !?!). Auf diese
Weise mit Vitaminen überversorgt, sind die Männer kaum noch zu bremsen.
Die Shows des Vorprogramms werden eine nach der anderen besucht und bis ins Detail
analysiert. Dabei kristallisieren sich schnell Experten-Teams in den verschiedenen
Analyse-Bereichen heraus: Die einen interessiert die eingesetzte Technik, andere
werden erst richtig aktiv, wenn die eingesetzten Pferde zu begutachten sind,
eine dritte Gruppe ist für die Bewertung der weiblichen Darsteller zuständig
(natürlich aus rein künstlerisch-wissenschaftlichen Gesichtspunkten).
Zwischendurch tauschen die diversen Arbeitsgruppen ihre Ergebnisse bei einem
kühlen Pils im Saloon (oder einem nicht ganz so kühlen Pils an den
anderen Zapfsäulen) aus. Gegen Mittag nimmt die Garde-Abordnung an einem
großen Barbecue teil. Schnell wird den Gardisten, die ja allesamt erfahrene
Esser und Buffet-Gänger sind, klar, die großen Kartoffeln, die man
direkt da bekommt, wo es auch die Teller gibt, machen nur unnötig satt,
außerdem nehmen sie auf dem Teller Platz weg, der dringend für Steaks
benötigt wird...Nach der Fütterung der Raubtiere machen wir uns auf
die Suche nach einem Plätzchen, wo man sich ein wenig ausruhen kann, vielleicht
mit ein bisschen Musik. Aber immer wo wir uns hinbewegen, hört prompt die
Musik auf und beginnt abzubauen!

Glücklicherweise beginnt nun unmittelbar die Vorstellung „Im Tal des
Todes“. Ich will es hier kurz machen, am Ende gewinnen die Guten unter
der Führung von Winnetou (hoffentlich habe ich jetzt nicht zu viel verraten).
Für uns bedeutete dies das Ende des rein konsumierenden Teils, wir mussten
nun mehr sportliche Aktivitäten entwickeln. Die Prinzengarde trat bei der
Western-Olympiade an, zusammen mit etwa 25 anderen Gruppen. Bei genauerer Betrachtung
der Konkurrenz war eigentlich klar, alles andere als ein Sieg wäre eine
Enttäuschung! Beim Hufeisen- und beim Lasso-Werfen geht alles glatt. Ordentliche
Punktzahlen. Es folgt das erste Mannschaftsspiel und da passiert es...Obwohl
dreimal gefragt wurde ob jeder das Spiel verstanden hat schafft es doch einer
(den Namen lassen wir weg, um eventuelle Racheaktionen an ihm und seiner Familie
zu vermeiden), dieses Spiel schlicht zu vergeigen, weil er die Regeln... nennen
wir es „falsch ausgelegt“ hat. Aller Illusionen und Hoffnungen beraubt,
werden die nächsten Spiele ohne weiteren Leistungsdruck absolviert. Druck
ganz anderer Art (vor allem Luftdruck) scheint dennoch vorhanden gewesen zu sein.
Bei dem Spiel, wo sich die gesamte Truppe in möglichst kurzer Zeit in eine
Postkutsche zwängen muss, entwich jedoch auch dieser, dass es einem die
Tränen in die Augen trieb.
Die abendliche Feierlichkeit im besagten Saloon mit Siegerehrung möchte
ich übergehen, es wäre vielleicht zu erwähnen: es gab mal wieder
was leckeres zu essen und verdursten musste auch niemand. Der Besuch in Elspe
endete mit Lagerfeuer, Cowboys und Kaffee mit Whisky (eigentlich war es Whisky
mit Kaffee, die wollten uns wohl los werden...). Im Hotel noch gemütlich
ein Bier trinken (es gab dort endlich wieder ein gepflegtes Kölsch auf das
ganze Pils), der letzte soll im Hellen den langen Weg ins Bett vollendet haben.

Am Morgen tauchten nach und nach die Herrschaften beim Frühstück auf
und man muss sagen, dass sie alle überraschend frisch wirkten (das lag bestimmt
noch immer an dem Orangensaft vom Vortag). Nach dem kulturellen Schwerpunkt des
Vortages, waren am Sonntag vor allem die Natur und deren Schönheit im Blickpunkt
unserer Fortbildungsreise. Die Atahöhle mit ihren wunderbaren Tropfstein-Formationen
und der Biggesee , auf dem wir eine Schiffsrundfahrt absolvierten, die bei herrlichem
Wetter viel Zeit für Muße bot, waren unsere Ziele. Nachdem dieser
Tag eine wahre Hunger-Odyssee zu werden drohte (Frühstück bis ca. 10.00
Uhr, Mittagessen um 12.00 Uhr, Kuchen auf dem Schiff um 15.00 Uhr), waren wir
glücklich diesen Tag und diese Tour auf dem Grillfest unserer Freunde der
Großen Bensberger ausklingen lassen zu dürfen, wo es endlich mal was
zu essen gab. Wir möchten uns hier auch noch einmal für diese Einladung
bedanken, die so manchen vor dem sicheren Hungertod errettete.
Ein großer Dank gilt vor allem unseren Organisatoren Michael Lübbers
im Vorfeld und Juppa Thomas auf der Tour selbst, die diese zwei wunderbaren Tage
mit viel Programm und guter Versorgung so organisiert haben, dass die tolle Stimmung
der Reisegruppe die logische Folge war. Eins steht fest: diejenigen die gefehlt
haben, haben was verpasst!
Jörg Volberg
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